Teil 4 der Serie der Suche nach einem Customer Relationship System beschäftigt sich mit den Systemen, die dafür gedacht sind, auf einem selbst verwalteten Server installiert zu werden. Allen ist gemein, daß sie in PHP geschrieben sind, damit auch open source, und eine MySQL Datenbank benötigen.
Schnell stößt man auf CiviCRM, einem System gedacht für den "öffentlichen Sektor". Das System erfordert allerdings ein bereits installiertes Content Management System (Drupal oder Joomla). Auch ist es wenig umfangreich und wenig ansprechend.
BrowserCRM ist ein interessantes Produkt. Es ist leicht zu installieren und gut strukturiert. Die Oberfläche ist wenig aufregend, aber aufgeräumt. Mehrere eingehende und ausgehende Email-Konten werden unterstützt, allerdings gibt es Fehler mit Umlauten. Hinter dem Produkt scheint im wesentliche nur eine Person zu stehen, das ist sicher ein operatives Risiko.
SugarCRM ist ebenfalls ein kommerzielles Produkt, welches aber auch in einer kostenlosen Community-Variante mit reduzierten Features angeboten wird. Getestet wurde das Produkt in einer kostenlosen 30-tägigen Probe auf der Hosting-Plattform Morph eXchange. Über die normalen CRM Funktionen steht auch ein Bug Tracker zur Verfügung. Angebote und Rechnungen können nicht geschrieben werden. Das Konvertieren von einkommenden Emails in Kontakte muß manuell erfolgen. Das Produkt überzeugt in der Gesamtheit nicht.
Ein interessantes Produkt ist vTigerCRM. Diese Software ist komplette frei zu verwenden, ohne Lizenzgebühren. Kommerzieller Support ist verfügbar. Das Produkt ist sehr umfänglich, gut strukturiert und vielfältig konfigurierbar. Enthalten sind sogar ein Ticket-System und eine Knowledge Base. Angebote und Rechnungen können geschrieben werden, auch wenn sie mehr Produkt-orientiert sind als auf Dienstleistungen zugeschnitten. Vielfältige Zusatzmodule bieten Customer Portale, Microsoft Office Integration, usw. Einziges wirkliches Manko ist die Notwendigkeit, auf Serverseite das IMAP-Modul in PHP kompiliert zu haben, und genau das fehlt typischerweise bei den kostenlosen Hostern. Somit konnte nicht getestet werden, wie die Zuordnung der Emails aus den Dropboxen zu Kontakten und Cases funktioniert, und ob Umlaute korrekt in das System übertragen werden.
Diese Betrachtung beendet die Evaluation der verschiedenen CRMSysteme. Im letzten Beitrag werden die Optionen abgewogen.


