Teil 3 der Diskussion von CRM Systemen untersucht gehostete Anwendungen. Technisch ist es schwer, eine sinnvolle Abgrenzung zu Web 2.0 Angeboten zu finden. Die Trennung ist eher willkürlich und dient mehr der Übersicht.
FreeCRM bietet ein umfangreiches Funktionsangebot. Die Oberfläche macht am besten den Unterschied zu vorher betrachteten Web 2.0 Angeboten deutlich: sie ist nicht schlank und leicht, mit viel AJAX und Interaktivität. Statt dessen werden die Menüs statisch präsentiert und sind so unübersichtlich und unansprechend, wie selten gesehen. Emails werden von einem eigenen, separaten Email Server angenommen, mehrere Dropboxen sind möglich. Allerdings werden Emails immer dem Absender zugeordnet, was für forwarding unpraktisch ist; ausgehende Emails werden nur in der kostenpflichtigen Version als Notiz einem Kontakt hinzugefügt. Opportunities können vorgegebene, aber selbst konfigurierbare Stufen durchlaufen. Überhaupt ist die Optionsliste in der Konfiguration außerordentlich umfangreich. Kontakte können nur in der kostenpflichtigen Version anhand von Kriterien gefiltert und dann für Mailkampagnen genutzt werden. Der Massenimport und -export ist möglich und unterstützt in besonderem Maße internationale Zeichensätze. Die fehlenden Email-Funktionalitäten in der kostenlosen Version, kombiniert mit der Überfrachtung des Interfaces, macht den Dienst wenig attraktiv zu benutzen.
Der Klassiker des Genres ist Salesforce, welches auch in einer kostenlosen Variante angeboten wird. Viele Funktionalitäten werden erst durch einbindbare Zusatzapplikationen realisiert, die leider im kostenlosen Dienst nicht zur Verfügung stehen. Die Email-Einbindung ist gut, es stehen verschiedene Dropboxen zur Verfügung und versendete Emails werden Kontakten angefügt. Mailkampagnen und Kontaktfilterung ist nicht möglich. Das Interface ist solide. Als einziger Dienst wird eine Deutsche Oberfläche angeboten. Rechtschreibprüfung von ausgehenden Emails und die Anzeige von Organigrammen zur Visualisierung von Vorgesetzten-Verhältnissen im Unternehmen ist einzigartig. Google Applications for Domains können so eingebunden werden, daß die angezeigten Links auf die richtige Domäne zeigen. Die Gesamtfunktionalität ist leider durch die fehlenden Zusatzanwendungen sehr eingeschränkt, ansonsten wirkt der Dienst aber sehr solide.
Dritter untersuchter Anbieter ist Zoho, die eine breite Palette von Web-baseierten Anwendungen anbieten. Die Aussicht, viele notwendige Unterstützung integriert aus einer Hand zu erhalten, ist verlockend. Das hier untersuchte Produkt ist Zoho CRM. Zuerst fällt das Lizenzmodell auf, welches in der kostenfreien Version 3 Nutzer zuläßt, aber keine Mailkampagnen. Kompletter Datenexport soll 10 US Dollar kosten, was überrascht; bis zu 3000 Datensätze lassen sich aber als CSV-Datei exportieren. Als einziger der getesteten Anbieter kann das CRM selbst Angebote und Rechnungen erstellen, Adreßexport zur separat nutzbaren Anwendung Zoho Invoice ist ebenfalls möglich. Ein Formgenerator vereinfacht die Web-basierte Informationsabfrage und Kontaktaufnahme. Angenehm ist auch, daß man sogar die Reihenfolge der Anreden im Menü bestimmen kann. Emails kann man aus dem System heraus verschicken, sie werden einem Kontakt angefügt. Unglücklicherweise kann das System keine Emails entgegennehmen, so daß einkommende Kommunikation nicht möglich ist, das ist leider ein KO-Kriterium. Kommentare an Blogposts deuten zwar darauf hin, daß sich dies bald ändern wird, aber zum Testzeitpunkt erfolgte diese Umsetzung noch nicht.
Leider findet sich auch bei den klassisch gehosteten Systemen keines, welches alle Anforderungen mit Bravour erfüllt. Benutzbar wären sie alle. Allerdings wird deutlich, daß der Funktionsumfang dieser Produkte deutlich höher ist als bei den "modernen Web 2.0" Anwendungen.
Im folgenden Teil 4 dieser Artikelserie werden selbst gehostete Anwendungen untersucht.



#1 by Kelly Brown at Juni 13th, 2009
The article is ver good. Write please more