Dieser Artikel ist der zweite Teil der Serie "CRM Systeme". Hier werden Angebote betrachtet, die Aufgrund der Präsentation und Fähigkeiten als Web 2.0-Dienste bezeichne werden können. Allen ist gemeinsam, daß sie auf der Plattform des Anbieters bereitgestellt werden, also keinerlei Sytem- oder Anwendungswartung anfällt.

Der erste Kandidat ist Highrise, oft genannt, einer der beliebten Dienste von 37Signals, die mit ihrem Portfolio eine breite Palette an Webdiensten für moderne Unternehmen anbieten. In diesem Fall ist Highrise aber nicht angemessen: in der kostenlosen Version ist das Tool zu eingeschränkt. Das System kann keine Emails versenden, bietet aber verschiedene Email Dropboxen zur Erzeugung von Kontakten und Fällen, jedoch nur von einer Absenderadresse. Dabei ist die Unterstützung Deutscher Umlaute unzureichend. Eine Unterstützung von Deals/Cases durch feste Workflows (stages) besteht nicht, tags können bzw. müssen verwendet werden. Reporting fehlt im wesentlichen.

Batchbook machte auf Anhieb einen guten Eindruck. Das Interface ist angenehm und modern, alles kann einfach mit allem verknüpft werden. Emails können ebenfalls nicht verschickt werden, die Dropbox kann überhaupt nicht mit deutschen Umlauten umgehen, akzeptiert aber Emails von allen Absenderadressen. Massenimport steht nicht zur Verfügung, für Mailkampagnen wird auf MailChimp verwiesen, die Integration ist aber nur beim kostenpflichtigen Angebot verfügbar. Auch gibt es keine festen Workflows, die statt dessen über Tags abgebildet werden müssen.

Interessant ist auch Relenta. Das Interface ist solide und schnell. Emails können via IMAP und POP importiert werden. Das System ist stark Email-orientiert. Emails können in Ordnern einsortiert, Kontakte in Gruppen und nach Tags organisiert werden. Mailkampagnen werden rudimentär unterstütz, aber Email kann mit einem Richt Text Editor verschickt werden. Zwischen Accounts und Kontakten wird nicht unterschieden, Workflows fehlen und werden über Tags abgebildet. Finanzielle Prognosen und Übersichten fehlen völlig. Die Begrenzung auf 100 Kontakte in der kostenlosen Version erscheint gering.

TactileCRM ist in der kostenlosen Variante auf 2 Opportunities und 2 Cases beschränkt, was zu wenig ist. Emails können nicht verschickt werden, aber von verschiedenen Absendern empfangen werden. Workflow Schritte für Opportunities sind konfigurierbar. Für Rechnungsstellung besteht eine Anbindung an Freshbook.

Eine positive Überraschung ist JavelinCRM. Die Oberfläche ist sehr schick und funktional. Großartig ist die Möglichkeit, Abfolgen von Tasks zu definieren, die gemeinsam zugewiesen werden können. Dies ist eine einfache, aber mächtige Möglichkeit, wiederholbare Workflows zu etablieren. In diesem System steckt allerdings der Teufel im Detail, und davon gibt es viele. Beispielsweise das Fehlen der Möglichkeit, die Reihenfolge von Workflow Stages zu verändern. Auch können nur Emails einer Adresse empfangen werden. Es wird nur eine Email-Absenderadresse für den Import von Kontakten unterstützt. Beträge können nur in Dollar erfaßt werden. Die Woche beginnt immer am Sonntag. Selbst Anreden sind auf die amerikanischen beschränkt. CSV-Export trennt die Felder nicht richtig. usw. usf. In der Summe machen diese Kleinigkeiten das System unbenutzbar. Schade.

Severa kommt ebenfalls mit einer sehr attraktiven Oberfläche daher. Geboten wird auch die Zeiterfassung zu Cases, sogar Rechnungen können auf der Basis der Zeiterfassung erstellt werden, interessanterweise können aber keine Angebote geschrieben werden. Unterstützung von Email wird weder einkommend noch ausgehend geboten. Verschiedene Währungen sind möglich, aber auch hier können nur amerikanische Anreden verwendet werden. In der Summe ist der Dienst nicht benutzbar.

Diese Diskussion beendet den Web 2.0 Teil der Suche nach einem Online CRM System. Die Auswahl ist zwar groß, aber leider kann keines der untersuchten Systeme ernsthaft in Betracht kommen. Im nächsten Teil der Auswahl wird auf traditionellere CRM-Systeme eingegangen.

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